Allgemein · Rants

“Schreib ihm das er ein perverses Dreckschwein ist“

TW: Pädophilie, sexualisierte Gewalt, Ableismus.

 
In Studien und Artikeln wird davon ausgegangen, es gäbe nur zwei Geschlechter und diese seien bei der Geburt feststellbar. Wie zu sehen ist, benutze ich trotzdem das Wort Täter*innen um auf das konstruierte Geschlecht hinzuweisen und Trans und Inter* Menschen mit diesem Text anzusprechen.

Vorrangig geht es im Text um Menschen mit pädophiler Neigung die nicht straffällig geworden sind. Allerdings auch um solche die zu Täter*innen wurden und sich in Behandlung begaben. Der Text soll nicht für Mitleid mit Täter*innen werben.
Unten befindet sich eine kleine Sammlung von Beratungsstellen an die sich Opfer von sexualisierter Gewalt wenden können.
Ebenfalls gibt es Links für Beratungsstellen an die sich pädophile Menschen wenden können.

Das die Linke der 70er eine verharmlosende und beschissene Meinung zum Thema Pädophilie hatte, ist den meisten bekannt. Nicht zuletzt dadurch dass CSU, AfD und andere Rechte es immer wieder ausgraben und auch jetzt noch allen Linken und emanzipatorischen Menschen unterstellen Pädophilie gut zu heißen. Dass Teile der Linken jetzt aber in fröhlichster NPD Manier “Schüsse vor den Bug“, “Null Toleranz“ und ähnliches fordern, ist ein weiterer Meilenstein widerlicher Rhetorik in vermeintlich emanzipatorischen Kreisen.

Vor kurzem kam in meiner Twitter-Timeline die Frage auf, was mit erwachsenen Menschen zu tun sei, die öffentlich erzählen dass eine 12 Jährige sich in sie verguckt hätte, sie ja gar nicht mehr kindlich sei und es der Person schwerfalle nichts “Verbotenes“ zu machen. Durch diese Aussagen wird eine Legitimation für übergriffiges Handeln gefordert und dem Opfer eine Schuld und Verantwortung zugewiesen.
Die Ratschläge die die fragende Person erhielt, waren zum größten Teil ableistisch und Rechtsstaat versessen (bei akuter Gefahr gilt natürlich: Cops rufen und Hilfe suchen!). Gefordert wurde, das die Polizei gerufen wird obwohl es zu keiner Straftat kam, keine angedroht wurde und die Person nach eigener Aussage der 12 Jährigen selbst sagte das es verboten sei und nicht ginge. Außerdem wurde erwartet dass die Person beschimpft wird “damit sie mal was merkt“ und null Toleranz eingefordert.

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Dass ausgerechnet diese kommentierende Person noch am nächsten dran ist, erstaunt:

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Pädophilie ist zwar keine Krankheit aber als Störung deklariert und gilt als therapierbar. Pädophilie wird zum Teil als „sexuelle Präferenz“ bezeichnet, das heißt, das nicht alle Menschen mit pädophiler Neigung zu Täter*innen werden und ausschließlich sexuelles Verlangen bei Kindern verspüren. Laut taz sind nur 1% der Täter*innen pädophil, nachzulesen hier, laut der Welt allerdings bis zu 40%.

Das in so einer emotionalen Thematik, die leider viele persönlich betrifft, Positionen vertreten werden, über die wir eigentlich längst hinweg zu sein dachten, ist verständlich. Nur das auf dem Rücken anderer auszutragen, die vermutlich ihr Leben lang in Therapie sein werden um niemanden zu schaden, halte ich für den falschen Weg. Wir sollten nicht vergessen, das sich Menschen ihre sexuellen Neigungen nicht aussuchen können und viele pädophile Menschen unter ihren Phantasien leiden. Umstritten ist das viele pädophile Menschen selbst Opfer von sexualisierter Gewalt wurden.

Wissenschaftlich ist es sogar umstritten ob Pädophilie durch genetische Veranlagung ausgelöst werden kann. Im Allgemeinen empfehle ich sehr, den Wikipedia-Artikel zu lesen.

Ich möchte hierbei Pädophilie, Vergewaltigung und sexualisierte Gewalt an Kindern keinesfalls verharmlosen, Täter*innen als Opfer ihrer Triebe hinstellen oder ähnliches. Alle sexuellen oder romantischen Beziehungen müssen einvernehmlich laufen, was bei Pädophilie nicht gegeben ist, da ein extremes Machtgefälle durch Alter, Reife und gesellschaftliche Stellung besteht. 

Nur wie diese Thematik angesprochen wird, stört mich. Jegliche emanzipatorische Idee wird über Bord geworfen und insgeheim dem typisch rechtem “Todesstrafe für Kinderschänder“ beigepflichtet oder zumindest die Forderung relativiert und die Täter*innen entmenschlicht.

Wir sollten nach Lösungen suchen. Meiner Meinung nach, sollte das Thema Pädophilie breiter thematisiert und aufgeklärt werden, gerade in linken und feministischen Bewegungen.

Um potentielle Opfer zu schützen, müssen potentielle Täter*innen wissen dass sie sich straffrei! Therapien unterziehen können, u.a hier gibt es Hilfe und Vermittlung.

Opferschutz beginnt da, wo noch keine Täter*innen sind.

Es müssen Gesetzeslücken geschlossen werden wie z.B. das Kinderfotos verkauft werden dürfen auf denen sie nackt sind solange sie keine eindeutigen sexuellen Posen ausführen oder Handlungen zu sehen sind, wobei es egal sein sollte ob es legal ist, sexualisierte Kinderfotos sollten nie Handelsgegenstand sein, Til Schweiger muss mit seiner Forderung nach einer öffentlich einsehbaren Kartei von Menschen mit pädophiler Neigung auf vehemente Gegenwehr stoßen, nicht nur von Datenschützer*innen. Durch solche Dinge hätten Personen mit pädophiler Neigung eine Chance mehr, es nicht mit sich selbst ausmachen zu müssen um dann im schlimmsten Fall zu Täter*innen zu werden. Das sie nicht zu Täter*innen werden, liegt natürlich allein in ihrer Verantwortung, nur ist hier eine Vorsorge aus meiner Sicht deutlich sinnvoller als Gewalt, Beschimpfung und Denunziation gegenüber Menschen die Hilfe suchen und brauchen.

Linkliste für Opfer sexualisierter Gewalt:
Hilfeportal sexueller Missbrauch (hier finden auch Angehörige Beratung)

Weisser Ring e.V.

Kein Missbrauch (Schweiz)

Linkliste für pädophile Menschen:
Kein Täter werden

Forio (Schweiz)

Wenn ihre weitere, enpfehlenswerte Beratungsstellen habt sagt gerne Bescheid, dann nehme ich sie noch mit auf.

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