Allgemein · BeHinderung und Ableismus · Hintergründe

Deutsche Direkthilfe -Mehr deutsch als Hilfe

Das die Deutsche Direkthilfe schon länger in der Kritik steht, ist bekannt. Aber wofür eigentlich?

Alle paar Monate wird die Debatte neu aufgelegt: Irgendjemand teilt einen Tweet oder Beitrag der deutschen Direkthilfe und alle empören sich. Zuletzt „enttarnte“ die Charity-Organisation eine Frau, welche vorgab an Krebs zu leiden. Was daraus wurde? weiß bis heute niemand, außer die deutsche Direkthilfe und die entsprechende Person.
Update: nach dem veröffentlichen des Textes meldeten sich Menschen die bedroht wurden.
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Eine der „Psychologinnen“ mit der die DDhilfe zusammen arbeitet ist auch den Gerichten nicht unbekannt: Hier nachlesen.
Ab jetzt wird laufend erweitert.

Besonders häufig wird die deutsche Direkthilfe für ihre fehlende Transparenz kritisiert. Kein*r weiß wofür die gesammelten Spendengelder benutzt werden, sie lehnen die Verifizierung durch externe Dienste ab. Die einzigen Quellen für ihre guten Taten sind: eigene Artikel. Wenn Menschen sie darauf ansprechen, werden sie (zumindest auf Twitter) beleidigt und bei weiteren Nachfragen geblockt. Mehr zur Intransparenz findet ihr hier.

Neben der Intransparenz ist für mich ein weiterer Kritikpunkt: der permanente Ableismus, Rassismus und Positionen die sich dem Maskulinismus erstaunlich nahe stehen. Es fängt bereits im Text an, in welchem erklärt wird wer Hilfe bekommen kann und wer nicht:

Gründe für eine Antragsablehnung

Uns ist natürlich bewusst, dass es sich hierbei um plakative Beispiele handelt, die aber dennoch deutlich machen, worauf wir hinaus wollen: Wer Haus und Hof beim Pokern verliert, berufsmäßiger Alkoholiker oder Beratungsresistent ist, darf nicht ernsthaft eine Unterstützung von uns erwarten. Wer beispielsweise seinen Führerschein wegen einer Trunkenheitsfahrt abgeben muss, kann ebenfalls keine Hilfe von uns erwarten. Schüler die Nachhilfestunden von der deutschen Direkthilfe bezahlt bekommen, müssen sich anstrengen, und ihre Noten auf dem nächsten Zeugnis verbessern. Jedenfalls dann, wenn Nachhilfestunden weiterhin von uns bezahlt werden sollen. Das sind Beispiele, die einen Eindruck darüber geben, wie die deutsche Direkthilfe “eigene Schuld” definiert

Stand: 03.03.2016, 14:30

Damit werden Suchtkranke stigmatisiert und Leistungsdruck erhöht, Lernschwache Schüler*innen quasi komplett ausgeschlossen, da sie nicht die erforderlichen Leistungen erbringen können. Hinzu kommt das allein die Direkthilfe definiert wer „selbstverschuldet“ in Armut lebt und wer nicht.

Das Victim-Blaming an der Tagesordnung ist, zeigen weitere Tweets:

Der zweite Tweet ist dabei eine krude Mischung aus Rassismus, Victim-Blaming und Sexismus. Indirekt wird Frauen eine Mitschuld an Übergriffen gegeben, allen Muslimen unterstellt das sie kurze Kleidung kacke finden und in Clans organisiert sind,  den Frauen vorgeschrieben was sie als „ordentliche, christliche“ Frau zu tragen hätten. Das es ein Selbstbestimmungsrecht auf den eigenen Körper gibt, aber kein Recht auf Übergriffigkeit – wird außen vor gelassen.

Nun kommen wir zu ihrem heteronormativen und antifeministischem Weltbild. Nicht nur, das Birgit Kelle verteidigt und gelobt wird, Feminismus wird als „Luxusdebatte“ bezeichnet und delegitimiert: IMG_20160303_135522

Desweiteren wird in einem Blogtext erklärt, das eine Familie der Rückzugsort und das kleinste Teil des Volksgemeinschaft sei und somit unter „Artenschutz“ gestellt werden müsse: eine Position fundamentalistischer Christen und völkischen Faschisten.

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Um beim sexistischen Weltbild zu bleiben: Maskulinisten fühlen sich bei der Deutschen Direkthilfe mit Sicherheit auch wohl. Nicht nur das Vergewaltigungsvorwürfe in Sorgerechtsstreitigkeiten als „Mittel zum Zweck“ dargestellt werden, die Rolle des Vaters wird als unterprivilegiert zu Frauen dargestellt. Das dies eine Verdrehung von Tatsachen und das absprechen von täglicher Diskriminierung und Übergriffigkeit ist, ist der deutschen Direkthilfe augenscheinlich egal:

 

 

Erschreckend ist auch, das sich eine Organisation die sich auf die Fahne schreibt Senioren und BeHinderten zu helfen, so arg BeHindertenfeindlich ist. Neben der pathologisierung von Menschen werden immer wieder Menschen mit geistiger BeHinderung beleidigt und somit als nicht ebenbürtig dargestellt.

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Das dies nicht nur problematisch ist sondern diskriminierend und einfach scheiße könnt ihr u.a. hier oder unter dem Hashtag #BeHindernisse herausfinden.

Das heißt im Klartext: Wer Links und Aufrufe der deutschen Direkthilfe verbreitet, verbreitet auch menschenfeindliche Scheiße und dubiose Geldsammelmethoden. Ihre Ziele mögen ehrenwert sein, die Umsetzung ist es leider nicht.

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2 Kommentare zu „Deutsche Direkthilfe -Mehr deutsch als Hilfe

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