BeHinderung und Ableismus

BeHinderung und #Behindernisse

Zum Thema BeHinderung fällt mir als erstes ein, das ich das Wort „Behindert“ nicht mag. Ich bin nicht behindert, eine Gesellschaft die mir ein Leben nach meinen Bedürfnissen untersagt, behindert mich. Es bilden sich: #BeHindernisse.

Der Hashtag wurde von Ash @MissMindf0ck gegründet, nachdem Ash, @CatInChief und ich über die Unsichtbarkeit von BeHinderten in Deutschland sprachen, damit Betroffene von Situationen in ihrem Leben erzählen an denen sie bestimmten Tätigkeiten, soziale Interaktion oder anderen Situationen aus dem Weg gegangen sind aus Angst vor ableistischen Reaktionen.
Da Hashtags gerne Eigendynamiken entwickeln, (bestes Beispiel #schauHin und #Aufschrei die inzwischen komplett von Trollen, Rassist*innen und Abtifeminist*innen gekapert wurden), schilderten Betroffene* Begegnungen bei denen sie Opfer von (strukturellem) Ableismus wurden.
Leider wurden auch viele Trolle auf den Hashtag aufmerksam, dafür ist die Blockliste jetzt prall gefüllt. Dabei konnte eins jedoch gut beobachten, das es schwerfällt Diskriminierungen zu trennen.

TW: Sexismus, Ableismus, Gewalt, Nazisprech, TW nach 2. Bildfolge vorbei.

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Viele able people eigneten sich den Hashtag auch an. Mal „nur“ mit Alltagsproblemen, mal mit dem Wunsch einfach nur zu trollen und andere verurteilten Behindertenfeindliche Sprache – um sie dann selbst zu nutzen.

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Das dies der normale Weg emanzipatorischer Hashtags ist, ist mir bekannt.

Trigger-Content endet hier!
Viele teilten allerdings auch ihre Freude über den Hashtag, fühlten sich ermutigt über ihre BeHinderung zu schreiben und fühlten sich wahrgenommen. Das BeHinderte* unsichtbar gemacht werden ist für die meisten Betroffenen ein alltägliches Problem, denen sich viele (unbewusst) auch unterwerfen und ihr Verhalten ändern um sich anzupassen. Ich z.B. trage ungern eine Brille weil ich a) häufiger bedroht und angegriffen werde, b) die Blicke oder das Nicht-ins-Gesicht-sehen nicht ertragen kann und c) weil ich vermeintlich normal aussehen möchte. Letzteres sind Dynamiken für die weder abled people noch BeHinderte* im konkreten Fall etwas können, ich beuge mich einem sozialen Druck der von ihnen* (*abled people die diesen unterbewusst aufbauen durch vorherrschendem Schönheitsideal, Leitkultur und Verwertungslogik) vorgegeben wird. Diese zu Benennen wäre ein erster Schritt.
Ein zweiter Schritt wäre, das sich ein medialer und gesellschaftlicher Druck auf Krankenkassen, Ärzte, Ämter, Unternehmen und öffentliche Einrichtungen ausübt der dafür sorgt das z.B. psychische Krankheiten anerkannt, Rollstuhlfahrer*innen barrierefrei Zugang zu Praxen, Ämtern, Bahnhöfen und Läden bekommen, Anzeigeschilder deutlich größer oder mit Sprachausgabe gebaut werden und Krankenkassen und Ärzte auf die Bedürfnisse der Betroffenen eingehen OHNE das Betroffene für Hilfsmittel Zuzahlungen anfallen. Es kann und darf nicht sein das Betroffenen Mobilität, Lebensqualität und Fähigkeiten genommen werden, weil Krankenkassen nicht bezahlen und Fachärzte entweder keine Termine oder keine Zeit für richtige Diagnose und Beratung haben.

Zum Hashtag und die Intention dahinter findet ihr hier mehr.
Update: Wir haben einen Blog gegründet um euch über Ableismus und #BeHindernisse auf dem laufenden zu halten. Aufgelistet sind auch Menschen von denen wir viel gelernt haben, die ihr für Vorträge ansprechen könnt: Be-Hindernisse.org

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3 Kommentare zu „BeHinderung und #Behindernisse

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